Praxis & Medizin

Allgemeine Hinweise zum Schutz vor Hitze | Medizin

Vielen Menschen machen Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen.

Endlich ist der Sommer mit Sonne, Temperaturen über 30° und teilweise hoher Luftfeuchtigkeit da! Vielen Menschen machen jedoch Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit zu schaffen, besonders betroffen sind:

  • Alte Menschen
  • Körperlich untrainierte Personen
  • Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen (Hypertonie; Herzrhythmusstörungen etc.)
  • Personen mit Hormonstörungen (vor allem Schilddrüsenfunktionsstörungen)
  • Personen mit psychischen Störungen
  • Personen mit Störungen der Schweißsekretion
  • Übergewichtige Personen

Was können Sie tun, um diese so schöne aber für den Körper anstregende Zeit möglichst unbeschadet genießen zu können?

  • Ernährung:
    • ausreichend Trinken! Z. B. natriumreiches Mineralwasser, isotonische Sportgetränke bzw. Fruchtsaftschorlen im Verhältnis 3/4 bis 2/ 3 Wasser zu 1/4 bis 1/3 Saft, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee
    • Soweit keine Krankheiten (z. B. Herzinsuffizienz/Herzschwäche) die mögliche Flüssigkeitsaufnahme beschränken. Bei starkem Schwitzen erhöht sich die Trinkmenge auf über 3 Liter/Tag. Hinweis: Ist der Urin hell, ist die Flüssigkeitszufuhr ausreichend!
    • Bei großer Hitze sollte Wasser mit Natriumgehalt; ggf. salzreiche Ernährung bzw. Einnahme von Salztabletten bei hitzeexponierten Personen; ebenfalls ist eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Kalium erforderlich. Nach mehrstündiger Dauerbelastung geht über den Schweiß vermehrt Kalium/Liter verloren.
    • Koffein meiden: Kaffekonsum und Cola reduzieren, ebenso weniger Schwarz- und Grüntee
    • Verzichten Sie auf Alkohol und sonstige Drogen. Wenn Alkohol, dann erst am kühleren Abend und mit einem geringen Alkoholgehalt (z. B. Weinschorle oder Radler).
  • Kleidung
    • Beim Aufenthalt im Freien stets eine Kopfbedeckung tragen.
    • Leichte, luftdurchlässige Kleidung - keine eng anliegende Kleidung.
    • Kleidung sollte möglichst hell sein, um den Körper nicht zusätzlich durch gespeicherte Wärme zu belasten.
    • Sonnenbrille mit optimalem UV-Schutz (UV400) - diese blockiert alle UV-Strahlen unter 400 nm (UV-A, -B, -C).
  • Körperliche Aktivität (z.B im Urlaub):
    • Vor schwerer Anstrengung den Körper an das neue Klima gewöhnt (ausreichende Akklimatisierung)
    • Training/Sport in den kühlen Morgenstunden oder in den Abendstunden
    • Bei hohen Temperaturen körperliche Aktivitäten einschränken
    • Bereits ab 28 °C kann es bei anstrengender sportlicher Betätigung (insbesondere bei Ausdauersportarten) zu Kreislaufproblemen, einem Sonnenstich, einem Hitzschlag oder zu einer Dehydrierung (Austrocknung) kommen.
    • Bei einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 % oder erhöhten Ozonwerten von intensivem Lauftraining absehen.
    • Freizeitaktivitäten nur in dem Maße, dass diese unter Berücksichtigung von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung nicht zu einer körperlichen Überlastung führen!
    • Bei hohen Temperaturen sollte die letzte Mahlzeit vor einer sportlichen Aktivität mindestens zwei Stunden zurück liegen
    • Bei Ausdauersport maximal mit 30 bis 40 Minuten bei reduzierter Intensität beginnen.
  • Körperpflege: Häufig kalt duschen ohne Reinigungs- bzw. Waschmittel (um einer Talgverarmung vorzubeugen).
  • Medikamente: Einige Medikamente können die Thermoregulation negativ beeinflussen:
    • Steigerung der Wärmeproduktion und somit Erhöhung der Körpertemperatur, was zu vermehrtem Schwitzen und damit auch zu Elektrolyt-Verlusten führt!
    • Verminderung des Durstgefühls und damit Gefahr der Austrocknung
    • Verminderung der Schweißsekretion und damit Gefahr der Überhitzung

Bereits Temperaturen von über 25 °C belasten besonders Menschen mit Hypertonie (Bluthochdruck), deshalb sollte eine tägliche Blutdruckkontrolle während Hitzephasen durchgeführt werden. Bei hohen Temperaturen sinkt der Blutdruck, da es zur Gefäßerweiterung kommt. Nehmen Patienten blutdrucksenkende Medikamente, kann dieser Effekt noch verstärkt werden. Die Folge sind Schwindel, Schwächeanfälle und im schlimmsten Fall ein Kreislaufkollaps.

Die hitzebedingten Symptome können vielfältig sein. Seien Sie wachsam! Im Zweifel sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wir wünschen Ihnen einen unbeschwerten, schönen und vorallem gesunden Sommer!

Ihr Praxisteam Kell-Grunwald

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